Cape Cod liegt nur eine gute Autostunde von Boston entfernt und fühlt sich trotzdem wie eine andere Welt an. Endlose Sandstrände, Dörfer mit Holzhäusern und Leuchttürme. Wenn du in Boston und Umgebung unterwegs bist, solltest du auf jeden Fall einen Abstecher ans Cape machen.
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Cape Cod – Maritimer Charme pur
Cape Cod ist eine Halbinsel, die sich wie ein gekrümmter Arm in den Atlantik streckt.
Hier gibt es jede Menge Sanddünen, Leuchttürme und Holzhäuser mit verwitterten Schindeln zu bestaunen. Die Atmosphäre hier ist entspannt und maritim.
Wir sind von Boston aus nach Cape Cod gefahren. Teileweise haben mich die Dünen und die Sandstrände an die Nordsee erinnert.
Was Cape Cod noch ausmacht, ist diese Mischung aus Natur und Geschichte. Der Cape Cod National Seashore schützt kilometerlange Küstenabschnitte mit Dünenlandschaften und Salzwiesen.
Die Halbinsel lässt sich gut mit dem Auto erkunden. Eine Hauptstraße, die Route 6, führt durch Cape Cod. Von ihr zweigen kleinere Straßen zu den einzelnen Orten ab.

Cape Cod im Überblick
- Cape Cod bekam seinen Namen 1602 durch den englischen Entdecker Bartholomew Gosnold, der von den Kabeljau-Gründen (englisch „cod“) beeindruckt war.
- Die Pilgerväter landeten 1620 zuerst in Provincetown am äußersten Zipfel von Cape Cod, bevor sie weiter nach Plymouth segelten.
- 1914 wurde der Cape Cod Canal gebaut. Seit der Fertigstellung ist Cape Cod technisch gesehen eine Insel, da der Kanal die Halbinsel vom Festland trennt.
- Zwischen Chatham und Truro gab es über 3.000 dokumentierte Schiffswracks. Die Küste wurde deshalb „Graveyard of the Atlantic“ genannt.
- Präsident John F. Kennedy unterzeichnete 1961 das Gesetz zur Gründung der Cape Cod National Seashore. Als langjähriger Sommerbesucher kannte er die Region gut.
- Cape Cod hat rund 220.000 Einwohner. Im Sommer verdoppelt oder verdreifacht sich die Bevölkerung durch Touristen.
Cape Cod entdecken
Wir waren insgesamt 3 Nächte auf Cape Cod in Provincetown. Da die Halbinsel ziemlich groß ist, haben wir uns die Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung angeschaut.
Provincetown
Provincetown liegt ganz am äußersten Zipfel von Cape Cod. Die Hauptstraße, Commercial Street, zieht sich durch den ganzen Ort und ist gesäumt mit bunten Holzhäusern, kleinen Galerien, Cafés und Restaurants.
Überall flattern Regenbogenflaggen, denn Provincetown ist seit Jahrzehnten als LGBTQ+ Zentrum bekannt und diese offene, bunte Atmosphäre prägt die ganze Stadt. Es herrscht eine besondere Willkommenskultur, die man sofort spürt.
In den kleinen Läden rund um die Commercial Street gibt es jede Menge Kunst und viele der Shops verkaufen lokale Arbeiten von Künstlern, die hier leben und arbeiten.
Vom MacMillan Pier kannst du mit der Fähre nach Boston fahren.

Pilgrim Monument
Das Pilgrim Monument ist ein 77 Meter hoher Granitturm, der über Provincetown thront und an die Landung der Pilgerväter im Jahr 1620 erinnert.
Du kannst den Turm über 116 Stufen hochsteigen. Oben wirst du dann mit einer tollen Aussicht belohnt. Du siehst ganz Provincetown, die Dünenlandschaft und das Meer rundherum. An klaren Tagen reicht der Blick bis nach Boston.
Im Eintrittspreis ist auch das Museum enthalten, das die Geschichte der Pilgrims und der Region erzählt. Der Eintritt kostet 21 Dollar für Erwachsene. Jugendliche, Senioren und Veteranen zahlen 16,75 Dollar. Kinder zwischen 4 und 12 Jahren zahlen 9,50 Dollar, für Kinder unter 3 Jahren ist der Eintritt frei.
Mehr Infos zum Monument findest du auch auf der Website des Pilgrim Monument.

Beech Forest Trail
Der Beech Forest Trail ist ein knapp 2 Kilometer langer Rundweg, der durch einen der wenigen dicht bewaldeten Bereiche auf Cape Cod führt.
Der Trail führt um zwei kleine Teiche herum, Blackwater Pond und Beech Forest Pond. Der Weg ist größtenteils aus festem Sand, an manchen Stellen gibt es Holzstege über feuchte Bereiche.
Auf dem Trail läufst du durch hohe Bäume, kannst Vögel beobachten und siehst zwischendurch immer wieder die Teiche durch die Bäume schimmern.
Der Trail dauert etwa 30 bis 45 Minuten, je nachdem wie oft du stehen bleibst. Es gibt einen Parkplatz direkt am Trailhead und im Sommer auch Toiletten. Leider hatten wir an dem Tag nicht so gutes Wetter, doch der Dunst hat dem Ganzen eine mystische Stimmung verliehen.
Mehr Infos findest du auch auf der Website des Beech Forest Trails.

Cape Cod National Seashore
Die Cape Cod National Seashore wurde 1961 von Präsident John F. Kennedy unter Schutz gestellt und bewahrt rund 64 Kilometer unberührte Küstenlinie. Das ist der Teil von Cape Cod, der nicht bebaut wurde und so geblieben ist, wie er war. Mit Dünen, Stränden und Salzwiesen.
Sechs Strände gehören zur National Seashore. Hier gibt es hellen, feinen Sand, hohe Dünen und jede Menge Atlantik. Wenn du Glück hast, kannst du an manchen Stellen Seehunde im Wasser beobachten.
Neben den Stränden gibt es in der National Seashore auch Wanderwege und Radwege.
Der Eintritt für die National Seashore kostet 25 Dollar pro Auto und Tag. Das Ticket gilt für alle sechs Strände.

Nauset Beach & Nauset Lighthouse
Der Nauset Light Beach liegt in Eastham und ist Teil der Cape Cod National Seashore. Direkt am Parkplatz befindet sich auch der Nauset Light, ein rot-weißer Leuchtturm.
Der Turm ist 15 Meter hoch und im Sommer werden hier Führungen angeboten.
Der Strand selbst ist breit und sandig, mit steilen Dünen. Vom Parkplatz führt ein befestigter, aber ziemlich steiler Weg hinunter zum Strand. Da die Wellen hier richtig hoch werden können, ist der Strand bei Surfern sehr beliebt.
Mehr Infos zum Leuchtturm findest du auf der Nauset Light Website.

Whale Watching
Von Provincetown aus kannst du Whale Watching machen. Die Touren starten direkt vom MacMillan Pier.
Die Touren dauern etwa 3 bis 4 Stunden und werden von Meeresbiologen durchgeführt, die während der Fahrt viel über die Wale und das Meeresökosystem erzählen.
Die Saison läuft von Mitte April bis Oktober, wobei April bis Juni als beste Zeit gilt, weil dann besonders viele Wale zu sehen sind.
Wir haben auf unserer Tour Blauwale gesehen. Leider haben sie keine spektakulären Sprünge aus dem Wasser gemacht, doch immerhin haben sie uns ihre Schwanzflossen gezeigt, bevor sie abgetaucht sind.
Mit etwas Glück kannst du aber auch Buckelwale, Finnwale oder sogar die seltenen Glattwale sehen.
Zieh dich auf jeden Fall warm an, denn auf dem Wasser kann es recht kühl werden.

Die beste Reisezeit für Cape Cod
Cape Cod ist eigentlich ein klassisches Sommerziel.
Im Frühling kann das Wetter noch sehr wechselhaft sein. Wir waren Anfang Mai dort. Am ersten Tag hatten wir strahlend blauen Himmel und Sonnenschein, an den nächsten Tagen war es diesig, windig und es hat geregnet.
Im Sommer herrschen ideale Bedingungen für einen Strandurlaub. Die Temperaturen liegen zwischen 22 und 28 Grad. Hier ist das Wetter am stabilsten und alle Geschäfte, Restaurants und Attraktionen haben geöffnet. Das ist aber auch die Zeit, in der die Strände am vollsten sind und die Unterkunftspreise am höchsten.
Der Herbst ist eine gute Alternative zur Hochsaison. Im September und Oktober sind die Temperaturen noch angenehm. Die Preise sinken und es ist deutlich weniger los.
Im Winter sind viele Restaurants und Geschäfte geschlossen und es ist kalt und regnerisch. Nicht gerade die idealste Reisezeit.
Cape Cod – So kommst du hin
Mit dem Auto
Cape Cod ist von Boston aus gut mit dem Auto zu erreichen. Die Entfernung hängt davon ab, wohin auf Cape Cod du möchtest. Bis nach Provincetown an der Spitze von Cape Cod sind es etwa 185 Kilometer und du brauchst ungefähr 2,5 Stunden.
Die Brücke, über die du auf die Halbinsel kommst, ist oft ein Nadelöhr. Am besten fährst du nicht zu den Stoßzeiten (freitags nachmittags und sonntags abends).
Mit der Fähre
Eine entspannte Alternative ist die Fähre von Boston nach Provincetown. Die Fahrt dauert etwa 90 Minuten. Die Fähren legen vom Hafen in Boston ab und kommen direkt am MacMillan Pier im Zentrum von Provincetown an.
Die Fährsaison ist von Mai bis Oktober. Es gibt mehrere tägliche Verbindungen von verschiedenen Anbietern. Mehr Infos zu den Fährverbindungen findest du auch unter, Bay State Cruise Company und Boston Harbor Cruises.
Übernachten in Cape Cod
Die Auswahl an Unterkünften auf Cape Cod ist riesig. Von klassischen Motels über Ferienhäuser bis hin zu gemütlichen Guesthouses und Hotels direkt am Wasser. Die Preise variieren je nach Lage und Saison erheblich.
Provincetown hat als beliebtes Urlaubsziel eine besonders große Auswahl an Hotels und Guesthouses. Viele liegen direkt an der Commercial Street oder in der Nähe des Hafens.
Die meisten Unterkünfte in Provincetown sind LGBTQ+-freundlich und viele werden speziell für diese Community betrieben.
Wir haben im The Brass Key übernachtet, einem Guesthouse in Provincetown. Das Personal war sehr freundlich und hilfsbereit. Alles war sehr sauber und gepflegt. Die Lage war perfekt und es waren nur ein paar Minuten zu Fuß zur Commercial Street und zum Hafen.

Cape Cod – Nordsee-Feeling in den USA
Cape Cod lohnt sich auf jeden Fall, wenn du von Boston aus einen Abstecher machst oder ein paar entspannte Tage am Meer verbringen möchtest.
Mich haben die Dünen, der Atlantik und die Leuchttürme sehr an die Nordsee erinnert und ich kam mir teilweise gar nicht vor, als wäre ich in den USA.
Warst du auch schon mal auf Cape Cod? Was war dein Highlight und was sollte man unbedingt gesehen haben? Schreib es gerne in die Kommentare!
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