Adersbach in Tschechien liegt in der Region Hradec Králové, nahe der polnischen Grenze. Der Ort ist ca. 2 1/2 Std. mit dem Auto von Prag entfernt und eignet sich super für einen Tagesausflug. Was es in Adersbach zu sehen gibt und warum sich ein Ausflug dahin lohnt, erfährst du in diesem Artikel.
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Adersbach im Braunauer Bergland
Adersbach liegt im Braunauer Bergland nur einen Steinwurf von der polnischen Grenze entfernt. Der Name Adersbach ist sowohl der Ortsname als auch Teil des Namens der Felsenstadt selbst (Adersbacher Felsenstadt).
Diese ist vor rund 89 Millionen Jahren durch Erosion entstanden und steht seit 1933 unter Naturschutz. Zusammen mit der benachbarten Weckelsdorfer Felsenstadt bildet Adersbach das größte zusammenhängende Felsengebiet dieser Art in Europa.
Mein Mann hat eine Zeitlang in Adersbach gearbeitet, sonst hätte ich wahrscheinlich nie etwas von der Felsenstadt mitbekommen. Da sich ein Besuch unbedingt lohnt, möchte ich dir in diesem Artikel alle Infos für deinen Besuch geben.

Adersbach im Überblick
- Adersbach liegt in Tschechien, nahe der Stadt Trutnov und der polnischen Grenze.
- Die Tickets kosten für Erwachsene 180 CZK, für Kinder, Studierende und Senioren 130 CZK.
- Die Felsenstadt ist ganzjährig geöffnet, im Sommer länger als im Winter.
- Der Hauptrundweg ist 3,5 km lang, plane dafür 2 bis 3 Stunden ein.
- Die beste Reisezeit ist von Frühling bis Herbst und im Winter zeigt sich die Felsenstadt nochmal von einer ganz anderen Seite.
- Für alle Filmfans: In der Felsenstadt wurden Teile der Filmreihe Chroniken von Narnia gedreht.
Dein Besuch in der Adersbacher Felsenstadt
In dem Felsenlabyrinth erwarten dich neben hohen Sandsteintürmen auch enge Gassen und Seen. Es gibt drei markierte Wege, die dich durch die Felsenstadt führen. Hier bekommst du einen Überblick, was du auf deinem Weg durch die Felsenstadt auf keinen Fall verpassen solltest.
Gotisches Tor
Mitten in den Felsenschluchten steht das Gotische Tor. Das Steinportal, das 1839 im neugotischen Stil erbaut wurde, war früher der offizielle Eingang in die Felsenstadt.
Das Tor zählt heute zu den meistfotografierten Motiven in Adersbach. Je nachdem, wie voll es ist, kann es deshalb auch mal etwas länger dauern, bis du dein Foto ohne andere Besucher im Bild bekommst.

Felsensee (Pískovna)
Der Felsensee, auch Pískovna genannt, ist ein ehemaliger Sandsteinbruch mit glasklarem, türkisblauem Wasser. Mitten im See gibt es eine kleine Insel und das Ganze hat ein bisschen was von Kanada.
Baden darfst du im See leider nicht, denn das Gebiet steht unter Naturschutz.

Felsformationen
Auf deinem Weg durch die Felsenstadt kommst du immer wieder an Felstürmen mit lustigen Namen vorbei. Die bekannteste Felsformation ist das Liebespaar, der höchste Felsen der Felsenstadt, mit einer tschechischen Flagge auf der Spitze.
Der Zuckerhut steht sozusagen auf dem Kopf. Sein oberer Teil ist 13 Meter breit, doch der Rest darunter nur 3 Meter. Traditionell stützen ihn Wanderer mit kleinen Holzstücken und Zweigen, aus Angst, er könnte umfallen.
Neben den oben genannten Felsen gibt es noch den Bürgermeister und die Bürgermeisterin, zwei nebeneinanderstehende Felsen, sowie den Elefantenplatz.
Wenn du mutig bist, kannst du dich durch das Mauseloch zwängen. Hierbei handelt es sich um eine nur 50 Zentimeter breite Felsritze. Diese ist auch die engste Gasse in der Felsenstadt.

Bootsfahrt auf dem See
Weiter hinten auf dem Rundweg, zwischen den Felsen, kannst du eine Kahnfahrt auf einem kleinen, langgezogenen See unternehmen. Der See wurde früher zum Transportieren von Baumstämmen genutzt.
Die Boote fahren von Mai bis Ende Oktober und bei gutem Wetter legen die Boote teilweise schon im April ab. Das Ticket kostet 50 CZK pro Person und wird direkt an der Kasse vor dem See gekauft.
Direkt neben dem See befindet sich der Große Wasserfall (Velký vodopád), wo das Wasser aus 16 Metern Höhe in eine Felsklamm stürzt.

Die drei Wanderwege
Durch die Felsenstadt führen drei markierte Wege, die du auch miteinander kombinieren kannst. Der grüne Weg ist der Hauptrundweg und führt dich auf 3,5 Kilometern an den bekanntesten Felsformationen vorbei, dafür solltest du ungefähr 2,5 bis 3 Stunden einplanen.
Der blaue Weg ist mit 1,5 Kilometern der kürzeste und führt einmal rund um den Felsensee (Pískovna). Der gelbe Weg führt dich durch die Wolfsschlucht weiter zur Weckelsdorfer Felsenstadt.

Weckelsdorfer Felsenstadt
Direkt neben Adersbach liegt die Weckelsdorfer Felsenstadt (Teplické skály). Die beiden Felsenstädte werden durch die Wolfsschlucht getrennt. Die Weckelsdorfer Felsenstadt ist die größere der beiden Felsenstädte und deutlich weniger touristisch. Hier hast du mehr Ruhe.
Zu den Highlights hier gehören die Felsenkrone, eine besonders eindrucksvolle Felsformation und die Schlucht „Sibirien“, die ihrem Namen alle Ehre macht. Wenn du magst, kannst du außerdem zur ehemaligen Burgruine Střmen hochsteigen. Von der Aussichtsplattform hast du einen tollen Blick über die Felsen.
Für die Weckelsdorfer Felsenstadt brauchst du ein separates Ticket, außer du verbindest sie über den gelben Weg durch die Wolfsschlucht.

Klettern in der Adersbacher Felsenstadt
Die Felsenstadt ist nicht nur bei Wanderern beliebt, sondern auch bei Kletterern. Schon seit den 1920er-Jahren klettern Menschen auf die Sandsteintürme. Heute gibt es viele Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.
Wenn du selbst klettern möchtest, gelten in Adersbach die Sächsischen Kletterregeln. Vom 30. November bis 1. Mai darf nicht geklettert werden.
Wenn du tiefer einsteigen möchtest, dann hat der Deutsche Alpenverein einen ausführlichen Erfahrungsbericht zum Klettern in Adersbach veröffentlicht.

Bist du auch schon mal in Adršpach gewesen? Wennn ja, wie hat es dir gefallen?
Adersbach, so kommst du hin
Mit dem Auto
Von Prag aus brauchst du mit dem Auto etwa 2 bis 2,5 Stunden für die rund 180 Kilometer nach Adersbach. Aus Dresden sind es etwa 300 Kilometer und 3 Stunden Fahrzeit. Für die tschechischen Autobahnen brauchst du eine Vignette, alternativ kannst du auch über Polen mautfrei anreisen.
Direkt am Eingang gibt es kostenpflichtige Parkplätze, am besten reservierst du dort online im Voraus.
Mit dem Zug
Der Bahnhof Adersbach liegt direkt am Eingang zur Felsenstadt. Allerdings gibt es von Prag aus keine Direktverbindung und du musst mindestens einmal umsteigen (meist über Choceň oder Trutnov).
Die Fahrzeit liegt je nach Verbindung zwischen 3,5 und 5 Stunden und ist damit deutlich länger als mit dem Auto. Falls du aus Polen anreist, zum Beispiel aus Wrocław, ist die Zugverbindung eine gute Alternative, da die Strecke deutlich kürzer ist.
Mit dem Bus
Ab Prag gibt es auch geführte Tagestouren mit Bus-Transport direkt zur Felsenstadt. Oft beinhalten diese schon den Eintritt und die Bootsfahrt. Hier kannst du dir deine Tour nach Adersbach von Prag aus buchen.

Die beste Reisezeit für Adersbach
Adersbach kannst du das ganze Jahr über besuchen, denn die Felsenstadt ist ganzjährig geöffnet. Am beliebtesten ist der Sommer, dann sind auch die Bootsfahrt und alle Wege geöffnet, dafür kann es an schönen Tagen auch richtig voll werden.
Im Frühling und Herbst hast du mehr Ruhe und das Licht zwischen den Felsen wirkt oft besonders schön. Im Winter zeigt sich die Felsenstadt von einer ganz anderen Seite. Allerdings gibt es zu dieser Jahreszeit keine Bootsfahrten und manche Wege können vereist sein.
Übernachten in Adersbach
In und um Adersbach gibt es einige Übernachtungsmöglichkeiten, von einfachen Pensionen bis hin zu kleinen Hotels direkt am Eingang zur Felsenstadt. Wenn du dort übernachtest, kannst du den ersten oder letzten Tag entspannter gestalten und musst nicht alles an einem Tag schaffen.
Falls du im Ort selbst keine passende Unterkunft findest, lohnt sich auch ein Blick nach Trutnov, das ist etwas weiter weg, hat aber mehr Auswahlmöglichkeiten.
Eine Übersicht der verfügbaren Unterkünfte in Adersbach findest du hier.

Eintritt und Tickets für die Felsenstadt
Den Eintritt für die Adersbacher Felsenstadt kaufst du am besten online. Das ist günstiger als vor Ort. Wichtig zu wissen: Wenn die Online-Tickets für einen Tag ausverkauft sind, gibt es auch an der Kasse keine Tickets mehr.
Die Preise sind je nach Saison unterschiedlich. In der Topsaison von Juli bis August zahlst du online 200 CZK für Erwachsene und 140 CZK für Kinder von 3 bis 15 Jahren. In der Hauptsaison (März bis Juni und September bis November) sind es 180 CZK für Erwachsene und 120 CZK für Kinder.
In der Nebensaison von Dezember bis Februar zahlst du nur 120 CZK für Erwachsene und 90 CZK für Kinder. Für Studierende bis 26 Jahre, Senioren ab 65 und Inhaber eines Schwerbehindertenausweises gibt es einen ermäßigten Eintritt.
Beim Ticketkauf wählst du ein Zeitfenster von einer Stunde für deinen Einlass. Auf dem Rundweg bist du nicht mehr zeitlich begrenzt. Dabei kannst du auch direkt dein Parkticket mitbuchen.Die Online-Tickets bekommst du hier.
Für wen ist die Felsenstadt geeignet?
Der Schwierigkeitsgrad der Wanderung durch die Felsenstadt ist insgesamt entspannt. Allerdings brauchst du etwas Kondition und solltest gut zu Fuß sein. Denn auf dem gesamten Rundweg gibt es fast 2.000 Stufen und es geht immer wieder steil auf und ab.
Festes Schuhwerk ist unbedingt empfehlenswert. Die Wege sind teilweise sehr sandig, das ist für Sandalen oder anderes offenes Schuhwerk nicht geeignet.
Der erste Abschnitt vom Eingang bis zum Kleinen Wasserfall ist noch flach und einfach zu laufen. Erst danach wird es anspruchsvoller. Bist du mit dem Kinderwagen unterwegs, kommst du nicht überall durch. Doch etwa zwei Drittel der Wege sind geländegängig befahrbar, der Rest führt dann über schmale, steile Treppen.
Für Rollstuhlfahrer ist nur der erste Abschnitt vom Eingang bis zum Kleinen Wasserfall geeignet, danach musst du auf demselben Weg zurück.

Adersbach oder Adršpach – Was ist der richtige Name?
Für Adersbach gibt es zwei verschiedene Namen und Schreibweisen. Adersbach ist der deutsche Name des Ortes, Adršpach der tschechische. Beide Namen meinen aber dasselbe.
Auch die Felsenstadt selbst hat zwei Namen. Zum einen die Adersbacher Felsenstadt auf Deutsch, zum anderen Adršpašské skály auf Tschechisch. Zusammen mit der benachbarten Weckelsdorfer Felsenstadt (Teplické skály) wird das gesamte Gebiet auch Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt oder Adršpašsko-teplické skály genannt.
Tschechien mehr als nur Prag
Viele denken bei Tschechien als Erstes an Prag. Dabei gibt es noch viel mehr zu entdecken, wie Adersbach. Wenn du Prag besuchst, plane ruhig etwas mehr Zeit ein und mache einen Abstecher in die Felsenstadt. Es lohnt sich auf jeden Fall.
Kennst du Adersbach schon und bist vielleicht sogar schon mal da gewesen? Schreib es doch gerne mal in die Kommentare.
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Liebe Peggy! Das macht richtig lust auf Tschechien oder auch auf eine Wanderung!
Liebe Grüße
Ulrike
Liebe Ulrike,
es ist auch wirklich sehr schön dort. Sollte es dich mal in diese Gegend verschlagen kann ich dir einen Besuch nur empfehlen.
Liebe Grüße
Peggy
Eine wunderschöne Landschaft, war dort letztes Jahr im winter! Vorallem der blaue See zwischen den Bergen gefiel mir extrem
Beste Grüße,
Patrick
http://www.kruegerpatrick.com
Hallo Patrick,
ja die Landschaft ist wirklich toll und es lohnt sich ein Besuch im Winter (war vor 19 Jahren im Februar dort) und auch im Frühling und Sommer. 🙂
Viele Grüße
Peggy
Hallo Peggy,
diesen Ort in Tschechien kannte ich noch gar nicht. Sieht auf jeden Fall nach einem Ausflug für mich aus. Die Steinformationen machen schon echt was eher. Verrückt, was die Natur so alles drauf hat 🙂
Liebe Grüße,
Peter
Hallo Peter,
wenn mein Mann nicht für eine Zeit lang dort gearbeitet hätte, hätte ich den Ort wohl auch nie entdeckt. Kann dir wirklich nur empfehlen, dort vorbei zu schauen. Die Felsformationen haben auch alle Namen wie z. B. Liebespaar. Mit ganz viel Fantasie lässt sich dieses dann auch erkennen. 🙂 Stimme dir zu es ist wirklich verrückt, was die Natur so drauf hat. 🙂
Viele Grüße
Peggy
Werd ich mir mal anschauen. Und Fantasie hab ich genug 😀
LG!
Deine Bilder machen Lust auf mehr 🙂 Ich habe eben geschaut, wo dieses Idyll denn liegt und war erstaunt, dass es doch so weit östlich liegt. Ich glaube, ich war irgendwo in der Region in meiner Jugend bereits mal mit dem Fahrrad (ich komme ursprünglich aus Zittau, somit hatte ich nicht einen ganz so weiten Weg bis dorthin 😉 ), aber bis zu diesem Felsenlabyrinth bin ich selbst da nicht gekommen. Ich werde es mir mal merken für den nächsten Trip in diese Region.
Jetzt musste ich erst mal googeln wo Zittau liegt. 🙂 Dort sieht es aber auch sehr schön aus und ein Besuch in Zittau lohnt sich bestimmt auch. Wenn du in der Nähe bist solltest du die Felsenstadt unbedingt besuchen. Das erste mal war ich vor 19 Jahren dort und ich muß sagen es hat sich schon einiges verändert. Schön ist aber immer noch und auf jeden Fall einen Besuch wert. 🙂
Wunderschön. Toller Geheimtipp!
Hallo Robert,
ja ein echter Geheimtipp.Obwohl als wir dort waren, war es recht voll. So geheim kann der Tipp also nicht sein. 😉
Viele Grüße
Peggy