Jeonju liegt ungefähr 230 km südlich von Seoul entfernt und ist die Hauptstadt der Provinz Jeollabuk-do. In Jeonju gibt es nicht nur den berühmten Jeonju Bibimbap und anderes leckeres Essen, sondern auch das größte Hanok-Dorf in Südkorea. Was du sonst noch über Jeonju wissen solltest, zeige ich dir in diesem Artikel.
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Jeonju liegt ungefähr 230 km südlich von Seoul entfernt und ist die Hauptstadt der Provinz Jeollabuk-do. In Jeonju gibt es nicht nur den berühmten Jeonju Bibimbap und anderes leckeres Essen, sondern auch das größte Hanok-Dorf in Südkorea. Was du sonst noch über Jeonju wissen solltest, zeige ich dir in diesem Artikel.
Jeonju – die kulinarische Hauptstadt Südkoreas
Jeonju ist die Hauptstadt der Provinz Jeollabuk-do und gilt als kulinarische Hauptstadt Südkoreas. Die Stadt ist nach Seoul und Busan das drittbeliebteste Reiseziel des Landes.
Jeonju war früher der Stammsitz der Yi-Familie, die mit König Taejo die Joseon-Dynastie gegründet hat. Diese regierte Korea von 1392 bis 1897. Wenn du einen ruhigen Ort mit viel Geschichte suchst, bist du hier genau richtig.

Jeonju im Überblick
- Jeonju ist seit 2012 UNESCO Creative City of Gastronomy. Eine von weltweit nur wenigen Städten mit diesem Titel.
- Die Stadt ist für ihr handgeschöpftes Papier bekannt, das sogenannte Hanji. Es wird seit Jahrhunderten hier hergestellt und gilt als besonders langlebig.
- Jeonju veranstaltet jedes Jahr im Oktober ein eigenes Bibimbap-Festival.
- Mit rund 650.000 Einwohnern ist Jeonju eine mittelgroße Stadt. Überschaubar genug um sie in zwei Tagen gut zu erkunden.
- Das Hanok-Dorf trägt offiziell den Titel „Slow City“, ein internationales Netzwerk für Orte die bewusst auf Entschleunigung setzen.
Sehenswürdigkeiten in Jeonju
Die meisten Sehenswürdigkeiten in Jeonju liegen so nah beieinander, dass du sie gut zu Fuß erkunden kannst. Vom Hanok-Dorf aus sind einige der Sehenswürdigkeiten in wenigen Minuten zu erreichen.
Jeonju Hanok Village
Das Jeonju Hanok Village ist das größte in Korea. Hier findest du über 700 traditionelle Holzhäuser, von denen viele noch bewohnt sind. Viele Besucher tragen bunte traditionelle Gewänder, die sogenannten Hanboks. Diese kannst du dir in einem der vielen Verleihgeschäfte im Dorf ausleihen. Zusammen mit den traditionellen Häusern fühlt es sich dann wie in einer anderen Zeit.

Gyeonggijeon-Schrein
Direkt am Eingang des Hanok-Dorfes liegt der Gyeonggijeon-Schrein. Er ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Jeonju. Der Schrein wurde 1410 erbaut und beherbergt das Porträt von König Taejo, dem Gründer der Joseon-Dynastie.
Auf dem Gelände findest du auch einen kleinen Bambushain, der ein beliebtes Fotomotiv ist. Der Eintritt in den Schrein kostet 3.000 Won pro Person und ist am letzten Mittwoch im Monat kostenlos.

Omokdae-Pavillon
Wenn du auf den kleinen Hügel im Hanok-Dorf läufst, hast du einen wunderschönen Ausblick über das Hanok-Dorf und die Dächer der Stadt.
Oben kannst du auch den Omokdae-Pavillon anschauen, der aus dem 14. Jahrhundert stammt. Der Legende nach soll König Taejo hier seinen Sieg über japanische Angreifer gefeiert haben.
Der Aufstieg ist moderat, doch wenn du nicht ganz so gut zu Fuß bist, könnte er etwas anstrengend sein.

Pungnam-mun
Das Südtor der ehemaligen Stadtfestung liegt nur wenige Gehminuten vom Hanok-Dorf entfernt und ist eines der letzten erhaltenen Stadttore aus der Joseon-Zeit.
Es war ursprünglich Teil der Stadtmauer, die Jeonju während der Joseon-Dynastie umgab. Heute steht das Tor mitten in der Stadt, umgeben von Straßen und modernen Gebäuden.
Auf deinem Weg vom oder zum Hanok-Dorf solltest du automatisch daran vorbeikommen.

Jeondong-Kathedrale
Die Kathedrale wurde 1914 im europäischen Stil erbaut und ist die älteste und größte der Provinz Jeollabuk-do.
Sie liegt direkt auf dem Weg zwischen dem Pungnam-mun und dem Hanok-Dorf. Das Innere der Kathedrale ist eher schlicht gehalten. Von außen wirkt die Kathedrale mit ihrer roten Backsteinfassade sehr europäisch und überhaupt nicht koreanisch.
Ein Besuch lohnt sich und der Eintritt in die Kathedrale ist frei.

Jeonju Hyanggyo
Mitten im Hanok-Dorf liegt eine der ältesten konfuzianischen Schulen Koreas. Sie stammt ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert und bis heute werden hier Rituale und Zeremonien durchgeführt.
Besonders sehenswert sind die zwei uralten Ginkgo-Bäume auf dem Gelände, die mehrere hundert Jahre alt sind.

Jaman Mural Village
Das Viertel mit den bunten Wandgemälden liegt etwas außerhalb des Hanok-Dorfes. Auf den Mauern und Häuserwänden des kleinen Viertels findest du viele farbenfrohe Gemälde und Kunstwerke, die das Viertel in eine Art Open-Air-Galerie verwandeln.
Wenn du etwas länger in Jeonju bist, lohnt sich ein Abstecher auf jeden Fall.

Anreise Jeonju
Um nach Jeonju zu kommen, hast du mehrere Möglichkeiten, je nachdem von wo du startest.
Auto
Die Fahrt mit dem Auto von Seoul nach Jeonju dauert ca. 2,5 Stunden. Wobei es um Seoul herum auch schon mal ein höheres Verkehrsaufkommen gibt und es somit zu Stau kommt.
Die Autobahnen in Südkorea sind mautpflichtig und du kannst entweder bar oder mit Kreditkarte zahlen. Auf der Strecke gibt es auch jede Menge Rastplätze.
Hier kannst du etwas essen, dir einen Kaffee holen und es gibt auch Toiletten. Die Rastplätze, die wir angefahren haben, waren alle sehr sauber und mit vielen Sitzgelegenheiten ausgestattet.

Bus
Die günstigste Option von Seoul nach Jeonju ist der Expressbus. Du fährst vom Central City Bus Terminal mit der Honam Line in Seoul ab. Nach ca. 2 ½ Stunden kommst du am Jeonju Express Bus Terminal an.
Der Preis liegt je nach Busklasse zwischen 13.800 und 24.400 Won. Die Busse fahren von 5:30 bis 23:20 Uhr im 10- bis 20-Minuten-Takt. Eine Vorabreservierung brauchst du außer an Feiertagen in der Regel nicht.
KTX
Wenn du schneller nach Jeonju möchtest, nimmst du am besten den KTX-Hochgeschwindigkeitszug. Hier fährst du vom Seoul Station ab und bist nach ca. 1 ½ Stunden in Jeonju.
Täglich fahren rund 26 Züge von KORAIL auf dieser Strecke. Der Preis für die Economy Class beginnt bei ca. 34.600 Won pro Person. Da die Verbindung Seoul–Jeonju weniger Abfahrten hat als andere KTX-Strecken, empfiehlt sich eine Vorabreservierung, besonders an Wochenenden.
Übernachten in Jeonju
Wir haben zwei Nächte in Jeonju verbracht. Unser Hotel lag ca. 15 Gehminuten vom Hanok-Dorf und den anderen Sehenswürdigkeiten entfernt.
Wenn du möchtest, kannst du auch direkt im Hanok-Dorf in einem der traditionellen Hanok-Gästehäuser übernachten. Die Zimmer sind im traditionellen koreanischen Stil eingerichtet, mit Ondol, dem koreanischen Fußbodenheizsystem und Schiebetüren aus Holz und Papier.
Noch eine kleine Geschichte aus unserem Hotel. In unserem Zimmer war ein kleiner Koffer unter dem Schreibtisch.
Im ersten Moment dachten wir es wäre ein Defibrillator. Beim genaueren Hinsehen entpuppte sich das Teil als Seil, das wir im Falle eines Feuers nutzen sollten, um uns aus dem Fenster heraus abzuseilen.
Unser Zimmer lag im fünften Stock und ich bin mir nicht sicher, ob wir uns getraut hätten. Zum Glück sind wir nicht in die Situation gekommen, in der wir es ausprobieren mussten.

Essen in Jeonju
Jeonju gilt als kulinarische Hauptstadt Südkoreas. Die bekannteste Spezialität der Stadt ist der Jeonju Bibimbap. Reis mit verschiedenen Gemüsesorten, Rindfleisch, einem Ei und Gochujang, der koreanischen Chilipaste.
Die Jeonju-Version gilt als die originale und beste in Korea. Eine weitere lokale Spezialität ist der Kongnamul Gukbap, eine herzhafte Suppe aus Sojasprossen und Reis.
Wir haben abends noch einen Streetfood-Markt in der Nähe unseres Hotels besucht. Im Dunkeln war die Atmosphäre besonders schön. Bunte Lichter, viele Stände und das Essen sah echt lecker aus.

Praktische Tipps für deinen Besuch in Jeonju
Hier kommen noch einige praktische Tipps für deinen Besuch in Jeonju.
Beste Reisezeit
Wir waren im April in Jeonju und können diese Reisezeit sehr empfehlen. Das Wetter war angenehm und es gab noch Reste von Kirschblüten. Generell gelten Frühling (April/Mai) und Herbst (Oktober) als die besten Reisemonate.
Wie lange sollte man einplanen
Zwei Tage reichen, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen. Wenn du auch noch das Jaman Mural Village und weitere Ausflüge einplanen möchtest, solltest du einen dritten Tag einplanen.
Vor Ort
Die meisten Sehenswürdigkeiten in Jeonju liegen so nah beieinander, dass du sie gut zu Fuß erkundest. Ein Auto brauchst du innerhalb der Stadt in der Regel nicht.

Wie in einer anderen Zeit
Jeonju hat uns sehr gut gefallen und wir können einen Besuch nur empfehlen. Irgendwie haben wir uns dort wie in einer anderen Zeit gefühlt.
Zwei Tage reichen für das Hanok-Dorf und Umgebung völlig aus. Leider ist die Zeit in Jeonju wie im Flug vergangen und war viel zu schnell vorbei.
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