Tappenkarsee in den Radstädter Tauern mit Uferweg, Hütten am See und Bergpanorama

Der Tappenkarsee liegt auf rund 1.762 m über dem Ort Kleinarl. Er ist der größte Bergsee in den Radstädter Tauern. Vom Startpunkt an der Schwabalm sind es ca. 1,5 bis 2 Stunden bis zum See, je nachdem wie schnell du bist. Wenn du das besondere Erlebnis suchst, solltest du auf jeden Fall auf der Tappenkarseehütte übernachten.

Der Tappenkarsee – Bergabenteuer und Ungeheuer

Eine Wanderung zum Tappenkarsee, dem größten Gebirgssee in den Radstädter Tauern in Österreich, und eine Übernachtung auf der Tappenkarseehütte sind, wenn du gerne wanderst und die Natur liebst, auf jeden Fall eine große Empfehlung.

Der See ist eingebettet zwischen Berggipfeln und saftigen Weideflächen. Im See selber gibt es Seesaiblinge und rund um den Tappenkarsee findest du viele unterschiedliche Pflanzen und Blumen.

Das Ungeheuer vom Tappenkarsee

Nicht nur Loch Ness hat sein Ungeheuer, sondern auch der Tappenkarsee. Den mächtigen Lindwurm.

Laut der Sage lebte dieser am Wurmfeld, an einem sumpfigen Wiesenhang am Südufer des Sees. Er riss das Vieh der Bauern und Schäfer und jagte ihnen Angst und Schrecken ein, bis sie die Nase voll hatten.

In eine alte Kuhhaut füllten sie Moos und formten damit die Attrappe einer lebendigen Kuh. Allerdings befand sich im Inneren dieser Attrappe ein großes Paket mit Schießpulver. Als der Lindwurm die falsche Kuh verschlang, explodierte das Paket und somit auch der Drache.

Der Lindwurm ist heute zum Glück Geschichte und so ist die Wanderung zum See sehr beliebt.

Tappenkarsee mit Spiegelung der grünen Berghänge, Felswand und hellem Uferweg
Der Tappenkarsee in den Radstädter Tauern

Der Tappenkarsee im Überblick

  • Lage: Kleinarl im Salzburger Land, Radstädter Tauern
  • Höhe des Sees: 1.762 m
  • Fläche: 23,8 ha
  • Länge: 1,14 km
  • Breite: bis zu 360 m
  • Größte Tiefe: ca. 100 m
  • Tappenkarseealm: 1.768 m
  • Tappenkarseehütte: 1.820 m
  • Gehzeit ab der Schwabalm: ca. 1,5 bis 2 Stunden bis zum See, weitere 30 Minuten bis zur Hütte

Dein Weg zum Tappenkarsee

Mit dem Auto – Anfahrt und Parken

Mit dem Auto kommst du auf der B311 über die Pinzgauer Straße bis St. Johann im Pongau. Von dort aus geht es weiter über Wagrain nach Kleinarl in Richtung Jägersee.

Vom Jägersee führt eine 4 km lange Mautstraße bis zur Schwabalm. Die Mautstraße ist kostenpflichtig, kostet rund 6 Euro. Die Maut kannst du nur in bar bezahlen. An der Schwabalm angekommen, kannst du an der Talstation der Materialseilbahn der Schwabalm kostenlos parken. Ab dort geht es dann zu Fuß weiter zum Tappenkarsee.

Sollte die Mautstraße gesperrt sein, kannst du am Jägersee parken und von dort aus in ca. einer Stunde zur Schwabalm laufen.

Noch ein kleiner Hinweis. Die Schwabalm ist nicht bewirtet. Wenn du vorher noch etwas essen und trinken möchtest, kannst du das am Jägersee im Gasthaus “Jägersee” tun.

Gasthaus Jägersee in Kleinarl mit Holzhäusern auf einer Wiese und nebelverhangenen Wäldern im Hintergrund
Das Gasthaus Jägersee in Kleinarl

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Mit dem Zug kannst du bis St. Johann im Pongau fahren. Ab hier nimmst du die Buslinie 530 weiter über Wagrain und Kleinarl bis zur Endstation „Jägersee“.

Der Bus fährt tagsüber etwa stündlich und braucht rund 45 Minuten. Die aktuellen Abfahrtszeiten findest du im Fahrplan des Salzburger Verkehrsverbunds.Vom Jägersee gehst du zu Fuß weiter zur Schwabalm.

Aufstieg von der Schwabalm zum Tappenkarsee

An der Schwabalm befindet sich der Einstieg zum Tappenkarsee. Von hier aus führt der Wanderweg Nummer 722 nach oben. Der Weg hat den Schwierigkeitsgrad „mittel“ (T2) und zwischen Schwabalm und See läufst du rund 570 Höhenmeter.

Der Aufstieg dauert je nach Kondition in etwa 1,5 bis 2 Stunden. Der Weg schlängelt sich serpentinenartig den Berg hinauf und beginnt mit einem moderaten Anstieg, der sich später zu einer steileren Strecke entwickelt.

Den größten Teil des Weges läufst du durch den Wald, was besonders bei warmem Wetter sehr angenehm ist. Auf deinem Weg kommst du am Eisbrunnen-Wasserfall vorbei und es gibt unterwegs Bänke, auf denen du dich ausruhen kannst.

Auf dem Weg gibt es eine knifflige Stelle. Hier befinden sich recht hohe Stufen. Allerdings gibt es an der Seite eine Art „Geländer“ in Form eines Seils, das dir das „Treppensteigen“ erleichtert.

Wanderer und zwei Kühe auf einem Schotterweg durch den Wald auf dem Weg zum Tappenkarsee
Der Weg zum Tappenkarsee führt größtenteils durch den Wald

Tappenkarseealm oder Tappenkarseehütte

Am Tappenkarsee befinden sich die Tappenkarseealm und die Tappenkarseehütte. Die Alm ist eine Jausenstation direkt am Seeufer. Hier kannst du nach deiner Wanderung nach oben eine Pause machen, etwas essen und trinken und dich ausruhen. Übernachten kannst du hier nicht.

Die Tappenkarseehütte ist eine Alpenvereinshütte, die am südlichen, höher gelegenen Seeende liegt. Hier kannst du übernachten. Da die Hütte vor allem im Sommer sehr beliebt ist, solltest du auf jeden Fall vorreservieren, denn sonst kann es passieren, dass du keinen Platz mehr bekommst.

Sowohl die Alm als auch die Hütte haben nur im Frühling und Sommer geöffnet und im Winter geschlossen.

Tappenkarseealm mit Holzhaus, Terrasse und Sonnenschirmen direkt am Ufer des Tappenkarsees
Tappenkarseealm

Übernachten auf der Tappenkarseehütte

Die Tappenkarseehütte erreichst du in etwa 30 Minuten Fußweg von der Alm aus.

Zimmer und Lager

Die Hütte bietet neben Matratzenlagern auch Mehrbett- und Doppelzimmer zum Übernachten an. Unser Doppelzimmer war mit einem bequemen Doppelstockbett, einem Kleiderschrank und einem Waschbecken mit warmem und kaltem Wasser ausgestattet.

Es gibt Gemeinschaftstoiletten auf dem Flur. Diese sind sehr sauber und gepflegt. Duschmöglichkeiten gibt es nicht. Auch Hunde sind auf der Hütte nicht gestattet.

Wenn du auf der Hütte übernachtest, solltest du bis 17 Uhr dort sein. Verspätest du dich, werden die Schlafplätze anderweitig vergeben.

Abendessen auf der Hütte ist von 17:30 bis 18:30 Uhr und das Zimmer bzw. das Lager musst du bis 08:00 Uhr verlassen haben.An der Theke kannst du dir dein Frühstück und Kaffee bestellen und so den Morgen entspannt in den Bergen genießen, während über der Hütte die Sonne aufgeht.

Doppelzimmer auf der Tappenkarseehütte mit Doppelstockbett aus Holz, Kissen und Decken
Unser Doppelzimmer auf der Tappenkarseehütte

Was du für deine Übernachtung benötigst

Für deinen Aufenthalt auf der Tappenkarseehütte solltest du Folgendes mitbringen:

  • Einen eigenen Schlafsack (du kannst einen Hüttenschlafsack vor Ort kaufen. Frage aber vorsichtshalber bei der Reservierung noch mal nach)
  • Hüttenschuhe
  • Bargeld (Kartenzahlung ist nicht möglich)
Selbstbedienung an einer Holzschindelwand mit Tafeln für Speisen und Getränke, daneben ein roter Sonnenschirm und ein Tisch auf der Terrasse der Tappenkarseehütte
Selbstbedienung auf der Terrasse der Tappenkarseehütte

Info zur Tappenkarseehütte

Geöffnet 01. Juni bis 30. September
Zahlung Nur Barzahlung möglich
Reservierung Im Sommer ausschließlich telefonisch, außerhalb der Saison auch per E-Mail
Telefon Hütte +43 6418 20113
Telefon mobil +43 664 57 93 178
E-Mail tappenkarseehuette@aon.at
Webseite

Wetter und beste Reisezeit

Die beste Zeit für die Wanderung zum Tappenkarsee ist von Juni bis Ende September. In dieser Zeit haben die Alm und die Hütte geöffnet und die Mautstraße zur Schwabalm ist befahrbar.

Das Wetter in den Bergen kann schnell umschlagen. Auch wenn es im Tal sonnig ist, kann es am See windig und deutlich kühler sein. Pack deshalb eine warme Jacke und Wechselkleidung ein.

Auf der Hütte gibt es keinen Handyempfang. Schau dir den Wetterbericht deshalb vor dem Aufstieg an. Nach Regen können die Wege rutschig sein, besonders auf den steileren Abschnitten. Gute Wanderschuhe mit Profil sind ein Muss.

Am Wochenende sind die Parkplätze schnell voll. Starte am besten früh am Morgen.

Holzwegweiser zur Tappenkarseehütte mit Wegnummer 722 und 20 Minuten Gehzeit am Ufer des Tappenkarsees
Laut Wegweiser an der Alm sind es 20 Minuten bis zur Hütte. Mit Pausen und Fotostopps solltest du etwa 30 Minuten einplanen

Weitere Touren ab der Hütte

Die Tappenkarseehütte ist ein guter Ausgangspunkt für verschiedene Bergtouren. Von hier aus erreichst du mehrere Gipfel und Übergänge in die Nachbartäler. Die Zeiten gelten jeweils ab der Hütte.

Gipfel

  • Kreuzeck (2.204 m), rund 1,25 Stunden
  • Weißgrubenkopf (2.369 m), rund 2 Stunden, am Gipfel brauchst du Trittsicherheit und Schwindelfreiheit
  • Glingspitze (2.433 m), rund 2,5 Stunden
  • Draugstein (2.356 m) über das Draugsteintörl, rund 3 Stunden 15 Minuten, Schwierigkeit T4 mit gesicherten Kletterstellen und ausgesetzten Querungen. Nur für erfahrene Bergwanderer mit Trittsicherheit und Schwindelfreiheit zu empfehlen

Übergänge

  • Draugsteinalmen im Großarltal über das Draugsteintörl, rund 2 Stunden
  • Franz-Fischer-Hütte, rund 2,75 Stunden

Für alle Touren brauchst du alpine Erfahrung und gutes Wetter. Plane bei den Gipfeln genug Zeit für den Rückweg ein, damit du die Hütte vor Einbruch der Dunkelheit wieder erreichst.

Blick in ein grünes Hochtal mit Bachlauf und Bergketten in den Radstädter Tauern bei der Tappenkarseehütte
Von der Hütte aus öffnen sich viele Wege in die Berge der Radstädter Tauern.

Der Tappenkarsee und die Hütte – ein einmaliges Erlebnis

Den Tappenkarsee und eine Übernachtung auf der Hütte kann ich nur empfehlen. Die Atmosphäre ist einfach großartig und den Abend und frühen Morgen in den Bergen zu verbringen, ist wirklich einzigartig.

Besonders nachts entfalten die Berge ihren ganz eigenen Charme. Der Sternenhimmel über den Bergen ist einfach unglaublich und es funkeln Millionen von Sternen.

Auch die Übernachtung auf der Hütte ist besonders. Der Hüttenwirt ist total nett und humorvoll (auch wenn ich aufgrund des Dialekts nicht alles verstanden habe) und du kommst schnell in Kontakt mit den anderen Gästen.

Während unseres Aufenthalts auf der Hütte hat die Tochter des Wirtes abends Akkordeon gespielt und gesungen. Halt genauso, wie du dir eine Übernachtung auf einer Hütte vorstellt.

Hast du schon einmal auf einer Berghütte übernachtet? Wie hat es dir gefallen? Schreib es doch gerne mal in die Kommentare. Ich freue mich, von dir zu lesen.


Peggy, Reisebloggerin von Travellicious

Hi, ich bin Peggy, das Gesicht hinter Travellicious. Auf meinem Blog möchte ich dich für Orte begeistern dich mich begeistern und dich mit Informationen bei deinen Reisevorbereitungen unterstützen. Mehr über mich findest du auch .



8 Comments

    1. Toller Bericht, war das letzte Mal vor 35 Jahren da oben und diese Wanderung ist ganz oben auf meiner To do-Liste. Vielleicht schaffe ich es noch diesen Herbst.

      1. Es ist echt schön dort oben. Dann drücke ich dir die Daumen, dass du es diesen Herbst noch schaffst oder geschafft hast, dort hoch zu kommen.

  1. Mit der Kombination Wasser und Berge kriegst du mich immer rum. Ich liebe dieses Zusammenspiel, die Spiegelung der Berge im Wasser… Wunderschön! In Österreich war ich eh bisher viel zu wenig unterwegs. Das muss ich ändern!

    1. Österreich lohnt sich auf jeden Fall. Die Gegend um Salzburg ist wunderschön. Ein Besuch in Salzburg lohnt sich auf jeden Fall auch, denn die Altstadt ist wirklich sehenswert. Einen Urlaub in Österreich kann ich dir auf jeden Fall nur empfehlen. 🙂

  2. Hallo Peggy,
    ich bin ja nicht wirklich ein großer Wanderer – aber die Bilder sehen einfach traumhaft aus. Für dieses herrliche Bergpanorama lohnt es sich definitiv, den inneren Schweinehund zu überwinden und die Wanderschuhe zu schnüren. Vielen Dank für diesen tollen Tipp!
    Liebe Grüße
    Katharina

    1. Hallo Katharina,

      ja es lohnt sich definitiv den inneren Schweinehund zu überwinden. Vor allem das Gefühl, wenn du oben bist und es geschafft hast, dass ist wirklich toll und zusätzlich wirst du dann noch mit einem super Bergpanorama belohnt. 🙂

      Liebe Grüße
      Peggy

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